Klimaschutz: Bioenergieverbände legen Vorschläge für Sofortprogramm der Bundesregierung vor
Berlin - Das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) und der Bundesverband Bioenergie e.V. (BBE) haben gemeinsam Vorschläge für das von der Bundesregierung für dieses Frühjahr (2022) angekündigte Klimaschutz Sofortprogramm vorgelegt.
Um Deutschland auf den Pfad zur Klimaneutralität zu bringen und auch kurzfristig eine direkte Kurskorrektur zur Erreichung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030 zu bewirken, schlagen HBB und BBE neue Lösungen zur Gewährleistung einer verlässlichen Strom- und Wärmeversorgung vor. Diese sollen den massiven Ausbau von fluktuierenden Erneuerbaren unterstützen und absichern.
Zusammengenommen adressieren die Vorschläge nach Einschätzung der Bioenergieverbände kostengünstige, zügige und sozialverträgliche Möglichkeiten zur Senkung von Treibhausgasemissionen in allen Bereichen und ermöglichen so im Zusammenspiel der Erneuerbaren Energien die Erreichung der Netto-Null in 2045.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören Änderungen am bestehenden Rahmen für eine Stabilisierung der Strom- und Wärmeerzeugung aus Holzkraftwerken, Holzheizkraftwerken und Biogasanlagen sowie die Flexibilisierung des Biogasanlagenparks und der Anschluss flexibler Biogasanlagen an das Gasnetz. Des Weiteren schlagen HBB und BBE die Umrüstung bestehender Biogasanlagen auf die Einspeisung ins Gasnetz und Anreize für Bioenergiedörfer und Biomasse als Rückgrat für Wärmenetze.
Darüber hinaus bedarf es aus Sicht der Verbände parallel zum Aufbau strombasierter Technologien besonders im Verkehrssektor, in der Gebäudewärme sowie der Industrie Lösungen zur Dekarboniserung von Anwendungen, die nicht oder nur schwer zu elektrifizieren sind. Feste-, flüssige und gasförmige Bioenergieträger seien prädestiniert, diese Lücke zu füllen.
Des Weiteren sehen die Verbände die Notwendigkeit den Land- und Forstwirtschaftssektor mit dem Klimaschutz Sofortprogramm zu adressieren. Hier gelte es z.B. durch die Vergärung von Gülle in Biogasanlagen Methanemissionen zu reduzieren sowie durch Anbau von Blühpflanzen Synergieeffekte zwischen Klima- und Naturschutz zu heben.
Bürokratische Hürden und Hemmnisse müssten hingegen in allen Bereichen durch eine effizientere Ausgestaltung des Genehmigungsrechts beseitigt werden. Zentral für eine treibhausgasneutrale Volkswirtschaft sind nicht zuletzt natürliche und technische CO2-Senken, um unvermeidbare Restemissionen zu reduzieren.
Bereits heute sollte deshalb mit dem Aufbau erster Konzepte zur Speicherung von CO2 aus Biomasse begonnen werden, empfehlen die Verbände.
© IWR, 2026
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