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Unterschriften Protest: Branche kritisiert Holzenergie-Pläne der EU

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaBerlin - Im Zuge der Wärmewende entfällt bislang der größte Anteil der regenerativen Wärme auf Holzenergie. Die EU möchte einen Teil des energetisch genutzten Holzes allerdings von der Liste regenerativer Energieträger streichen. In der Branche stößt das auf heftige Kritik.

Derzeit arbeitet die EU im Rahmen des „Fit for 55“ Pakets“ an einer Überarbeitung der Erneuerbare Energien Richtlinie (EU 2018/2001 - RED II). Der aktuelle Entwurf von RED III sieht vor, Primary Woody Biomass, d.h. Waldholz künftig nicht mehr als erneuerbare Energie einzustufen. Dagegen wehrt sich der Fachverband Holzenergie in einem Schreiben an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Anstelle von übertriebener Reglementierung der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung, fordern über 500 Vertreter der Holzenergiebranche, dass die EU alles daransetzen sollte, dass mehr Holz als Ersatz für fossile Rohstoffe zur Verfügung steht.

Kein Verständnis, dass EU Atom und Gas als nachhaltig einstuft, Holz aber in Frage stellt
Knapp 550 Waldeigentümer, Unternehmen und Organisationen der Holzenergiebranche haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, sich in den Verhandlungen zur Überarbeitung der Erneuerbaren Energien Richtlinie (RED) für die nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine nachhaltige energetische Holznutzung einzusetzen. In dem Schreiben kritisieren die Unterzeichner die aktuellen Entwürfe des Umweltausschusses des EU-Parlaments als kontraproduktiv für die Energiewende sowie den klimaangepassten Waldumbau. In Deutschland hat Holz insgesamt einen Anteil von rund drei Viertel an den gerade einmal 16,5 Prozent Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien.

Für die Waldbesitzenden ist es aus Sicht des Verbandes essenziell, dass Holz aus der Waldpflege weiterhin zur energetischen Nutzung verkauft werden kann und damit den Waldumbau mitfinanziert. Nur so könnten Durchforstungs- und Waldrestholz optimal verwertet und damit die Klimaanpassung der Wälder finanziert werden. Mit der Nachfolge-Richtlinie RED III unternimmt die EU Sicht des Verbandes den Versuch, über die Hintertüre im Energierecht und unter Umgehung der Gesetzgebungskompetenz der EU, Kriterien für die Waldbewirtschaftung zu definieren.

„Die Pläne des Umweltausschusses des EU-Parlaments, die Förderfähigkeit von Waldholz als erneuerbare Energie zu streichen, würde der Wärmewende den Boden entziehen. Wir warnen eindringlich davor, mit einem Federstrich und kontrafaktisch Teile der energetischen Holznutzung als nicht-erneuerbar zu deklarieren“, mahnt Gerolf Bücheler, Geschäftsführer des Fachverbandes Holzenergie (FVH) im Bundesverband Bioenergie. So werde die Richtlinie zu einer Erneuerbaren-Verhinderungs-Richtlinie. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass Atomkraft und Gas von der EU den Nachhaltigkeitsstempel bekommen, unsere größte heimische erneuerbare Energieform aber in Frage gestellt wird“, so Bücheler weiter.

Kaskadenzwang schafft Bürokratie-, Kontroll- und Umsetzungsmonster
Der derzeit im EU-Parlament diskutierte Entwurf sieht auch eine gesetzliche Pflicht zur Kaskadennutzung bei Holz vor, d.h. die Mehrfachnutzung des Rohstoffs Holz in aufeinanderfolgenden Stufen. So kann beispielsweise für den Hausbau verwendetes Holz nach einer Aufbereitung ohne Probleme für den Möbelbau eingesetzt werden. Bereits heute werde die Nutzungkaskade automatisch über die Marktpreise umgesetzt: Jeder Marktteilnehmer hat ein Interesse daran, Rohholz und Altholz bestmöglich und mehrfach zu verwerten. „Mit einem gesetzlichen Kaskadenzwang würde ein Bürokratie-, Kontroll- und Umsetzungsmonster entstehen“, kritisiert Dr. Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der AGDW - Die Waldeigentümer.

© IWR, 2022


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