DWV und DVGW appellieren: Wasserstoff-Verbände fordern Änderungen zur geplanten Gasmarkt-Richtlinie
Berlin - Die beiden Wasserstoff-Verbände DWV und DVGW fürchten eine Schädigung der Wasserstoffwirtschaft, wenn die Pläne der EU-Kommission zur Gasmarkt-Richtlinie (2021/0425, COD) nach dem aktuellen Entwurf umgesetzt werden.
Der Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) sehen in der aktuellen EU-Version die Gefahr, dass ein gemeinsamer Netzbetrieb von Gas und Wasserstoff nur mit sehr hohen Hürden verbunden ist. Grund sind die geplanten EU-Vorgaben zur Entflechtung von Wasserstoff- und Gasnetzbetreibern, die nach Einschätzung des DWV-Vorsitzenden Werner Diwald "den bestehenden Gasnetzbetreibern jegliche betriebswirtschaftliche Perspektive zum Aufbau eines klimaneutralen Gasnetzes entziehen würden." Bestehende und gut ausgebaute Gasnetze könnten für den Transport von Wasserstoff nicht so einfach umgenutzt werden.
Bei den in Deutschland überwiegend vertikal integrierten Stadtwerken, die einen Großteil des deutschen Gasverteilnetzes betreiben, würde eine Transition zu Wasserstoff durch die Vorgaben zur vertikalen Entflechtung gar gänzlich ausbleiben. Die notwendige Versorgung lokaler Industrie- und Haushaltskunden mit klimaneutralem Wasserstoff bliebe somit aus und die unternehmerische Grundlage der Netzbetreiber würde eingeschränkt – mit erheblichen Folgen für kommunale Haushalte, so die Kritik.
© IWR, 2026
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