Vorläufige Verbio-Bilanz enttäuscht Anleger: Verbio verfehlt EBITDA-Ziel 2024/25 deutlich – Wertminderungen belasten Ergebnis – Aktie bricht ein
Leipzig – Verbio hat vorläufige Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2024/2025 veröffentlicht und dabei mit einem EBITDA von rund 14 Millionen Euro die zuletzt kommunizierte Prognose deutlich verfehlt. Die Aktie stürzt ab.
Der Verbio-Vorstand hatte ein EBITDA im mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet und dieses mit der Veröffentlichung der 9-Monatszahlen auf das untere Ende der Bandbreite konkretisiert. Ohne Sondereffekte errechnet sich ein vorläufiges EBITDA von rund 31 Millionen Euro. Die Sondereffekte beinhalten insbesondere Wertberichtigungen des Vorratsvermögens, verursacht durch das Ausbleiben einer kurzfristigen Erholung der THG-Quotenpreise.
Zudem wurde ein nicht zahlungswirksamer Wertminderungsbedarf von etwa 66 Millionen Euro auf langfristige Vermögenswerte ermittelt, der vor allem die Strohbiomethan-Anlage in Iowa/USA betrifft. Die Wertminderung resultiert laut Verbio aus veränderten Marktbedingungen für zellulosebasierte Kraftstoffe sowie höheren Investitionsausgaben während der COVID-19-Pandemie. Verbio betont jedoch, dass das auf Schlempe basierende Biomethan von diesen Nachteilen nicht betroffen ist und von attraktiveren Rohstoffkosten und Technologieeffekten profitiert.
Die Nettofinanzverschuldung lag zum 30. Juni 2025 bei etwa 164 Millionen Euro. Mit einer vorläufigen Eigenkapitalquote von knapp 60 % zum Geschäftsjahresende bleibt die Bilanz stabil, so Verbio.
Parallel erwartet Verbio positive Impulse durch regulatorische Entwicklungen, etwa die EU-Richtlinie RED III. Auch vom US-Inflation Reduction Act, der mit geänderten Anreizmechanismen weiterhin steuerliche Förderungen für in den USA produzierte Biotreibstoffe vorsieht, erwartet Verbio positive Impulse für das Marktumfeld erneuerbarer Kraftstoffe.
Nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen reagierte der Markt heftig: Die Verbio-Aktie verlor am 6. August 14,7 Prozent und fiel auf 9,91 Euro (Schlusskurs, Börse Stuttgart). Anleger zeigten sich enttäuscht von der deutlichen Prognoseverfehlung und den hohen Wertminderungen.
© IWR, 2026
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