Studie: Forschungsinstitute entwickeln Roadmaps für die Wärmewende
Freiburg - Die Bereiche Raumwärme und Warmwasserbereitung haben ein großes ungenutztes Potenzial zur Reduktion energiebedingter Treibhausgasemissionen, da diese etwa 30 Prozent des Endenergieverbrauchs ausmachen und heute überwiegend fossile Energieträger nutzen.
Um die Frage möglicher Pfade zur Erreichung der bisherigen bzw. der verschärften europäischen Klimaschutzziele im Gebäudesektor bis 2050 zu untersuchen, hat ein Projektteam unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE (Fraunhofer ISE), Öko-Instituts sowie Hamburg Instituts in der Studie „Systemische Herausforderung der Wärmewende“ 12 wissenschaftliche Studien analysiert. Auftraggeber der Untersuchungen ist das Umweltbundesamt.
In den Analysen wurden mögliche Entwicklungen des Endenergiebedarfs für Gebäudewärme, Strom, Umgebungswärme, Biomasse zur Gebäudeversorgung, Fernwärmeanteile sowie Sanierungsraten und resultierende Treibhausgasemissionen verglichen. Die Rollen der Akteure und Akteurinnen auf dem Wärmemarkt wurden hinsichtlich ihres Einflusses bei Investitionsentscheidungen für Sanierungsprojekte analysiert. Zudem hat das Forschungsteam betrachtet, welche Rolle die Wärmenetze in der Wärmewende spielen. Ausgehend von der Analyse haben sich zwei zentrale Ansätze zur Emissionsminderung herausgestellt: Entweder maximiert man Effizienzmaßnahmen, um den Endenergiebedarf durch Dämmung so weit zu senken wie möglich, und deckt den verbleibenden Energiebedarf über erneuerbare Energien ab. Oder, so der zweite Ansatz, es wird weniger auf das Dämmen gesetzt, sondern vor allem auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, um den Ausstoß von Treibhausgasen auf null zu senken.
Im Fokus der Studie steht die Wärmebereitstellung für Heizung und Warmwasser in Wohn- und Nichtwohngebäuden, die bis 2050 nahezu klimaneutral sein sollen. Betrachtet werden dabei zwei Zielbereiche: Einerseits die Senkung des nicht-erneuerbaren Primärenergiebedarfs um 80 Prozent gegenüber 2008 (Zielbereich 1) und andererseits die Reduktion der gesamten Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 (Zielbereich 2). Zusätzlich werden aus den Analysen weitere Rahmenbedingungen abgeleitet, die für die Klimaneutralität erforderlich sind. Vor diesem Hintergrund hat das Projektteam zwei Roadmaps für die beiden Zielbereiche mit Instrumentensets für die Wärmewende abgeleitet.
„Die Analyse der Instrumente zeigt, dass viele Ordnungs- und Förder-Instrumente noch nicht auf das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands einzahlen“, so Benjamin Köhler vom Öko-Institut. „Wir brauchen dringend ein klares Zielbild und ein darauf ausgerichtetes Set bestehend aus ordnungsrechtlichen, fördernden, planerisch-strategischen und kommunikativen Instrumenten“, so Köhler weiter. „Zum Erreichen eines langfristig klimaneutralen Gebäudebestands muss zwischen den beiden Bereichen Gebäudeeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien und Abwärme zur Wärmeversorgung eine kostenoptimale Balance gefunden werden“, ergänzt der Geschäftsführer des Hamburg Instituts Dr. Matthias Sandrock.
© IWR, 2026
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