Schwache Quartalsbilanz: Umsatz von Verbio bricht im ersten Quartal 24/25 ein - operatives Ergebnis tiefrot
Leipzig - Verbio hat die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024/2025 vorgelegt (01.07.2024-30.06-2025).
Der Umsatz des Biotreibstoff-Herstellers fällt mit 358,0 Mio. Euro in Q1 24/25 um etwa 27 Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitraum (Q1 23/24: 488,1 Mio. Euro). Nachdem Verbio im ersten Quartal des Vorjahres noch ein positives operatives Ergebnis vorweisen konnte, rutscht Verbio im ersten Quartal 24/25 mit einem negativen EBITDA von minus 6,6 Mio. Euro in die roten Zahlen.
Zurückzuführen ist die schwache Entwicklung im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres laut Verbio auf ein Marktumfeld für Biokraftstoffe, das sich im ersten Quartal in Europa weiter abschwächte. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch eine geringere Nachfrage nach Treibhausgas-(THG)-Minderungen im deutschen Markt beeinflusst. Dagegen konnte Verbio im ersten Halbjahr 2023/24 noch von vertraglich fixierten, attraktiveren THG-Prämien profitieren, sodass die Vergleichsbasis auf einem hohen Level liegt.
Gleichzeitig, so Verbio, belasteten Wertänderungen finanzieller Vermögenswerte aufgrund des schwachen Dollars sowie Änderungen im beizulegenden Zeitwert offener Warentermingeschäfte das Ergebnis mit insgesamt -5,3 Mio. Euro. Zum ersten Mal konnten damit die europäischen Aktivitäten die wachstumsbedingten EBITDA-Verluste in Q1 2024/25 in Nordamerika nicht decken.
Die mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 26. September bestätigte Prognose für das Geschäftsjahr 2024/2025 behält Verbio trotz des schwachen ersten Quartals bei. Demnach geht der Vorstand davon aus, im Geschäftsjahr 2024/25 ein EBITDA in der Größenordnung von 120 Mio. Euro bis 160 Mio. Euro zu erzielen.
Den am 20. September veröffentlichten Entwurf des Bundesumweltministeriums (BMUV) begrüßt Verbio in diesem Zusammenhang grundsätzlich. Es wird ein positiver Effekt durch den Verkauf von THG-Quoten im 2. Halbjahr zu signifikant höheren Preisen erwartet.
„Das Ergebnis im ersten Quartal ist nicht zufriedenstellend. Der wesentliche Anteil des EBITDA-Rückgangs begründet sich in der Bruttomarge. Hier sehen wir die Auswirkungen der schwierigen Marktbedingungen in Europa. Diese können sich aber schnell drehen: Durch den BMUV-Entwurf entfällt für Quoten-Verpflichtete in Deutschland die Möglichkeit, im Jahr 2024 erzielte CO2-Einsparungen auf 2025 anzurechnen. Im Quotenjahr 2024 wird dieser Übertrag aus 2023 voraussichtlich rund 6 Mio. Tonnen CO2 betragen. Der Wegfall von UERs als Erfüllungsoption ab 2025 erfordert zudem eine Kompensation von ca. 2 Mio. Tonnen CO2 durch mehr Elektromobilität sowie flüssige und gasförmige Biokraftstoffe. Zusammen mit der geplanten Anhebung der THG-Quote ergibt sich aus diesen Effekten die bislang stärkste jährliche THG-Einsparungssteigerung von ca. 10 Mio. Tonnen im Verkehrssektor, die im selben Jahr erzielt werden muss“, gibt der Verbio-Vorstandsvorsitzende Claus Sauter einen Ausblick auf die weitere Entwicklung.
© IWR, 2026
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