Großes Marktpotenzial: Siemens Energy baut leistungsstarke Hochtemperatur-Wärmepumpe in Berlin
Berlin - Der Energiekonzern Siemens Energy und die Vattenfall Wärme AG erproben in Berlin eine neuartige Hochtemperatur-Wärmepumpe, die diese Technologie auf ein neues Level hebt.
Das Prinzip von Wärmepumpen ist eigentlich einfach: mit einer gewissen Menge Strom heben die Wärmepumpen die Temperatur einer Niedertemperatur-Wärmequelle auf ein höheres, nutzbares Niveau. Dabei wird viel mehr Wärme erzeugt als bei einer direkten Umwandlung von Strom in Wärme.
Wärmepumpen sind kein Neuland für Siemens Energy. Doch Siemens Energy ist bei der Suche nach neuartigen Materialien für Wärmepumpen auf ein Schäumungsmittel mit interessanten physikalischen Eigenschaften gestoßen.
"Wir haben festgestellt, dass wir es auch anderweitig nutzen können. Zum Beispiel als Wärmeträgermedium in einer Hochtemperatur-Wärmepumpe. Wärmepumpen gab es bisher am Markt mit 90 Grad Vorlauftemperatur. Mit dem neuen Kältemittel lassen sich Vorlauftemperaturen von bis zu 150 Grad realisieren. Das sind Parameter, die es in diesen Größenordnungen am Markt bisher noch nicht gab", so Thorsten Fippel von Siemens Energy.
Siemens Energy sieht ein großes Potenzial für derartige Hochtemperatur-Wärmepumpen, zumal alle Hauptkomponenten aus den eigenen Werkern kommen. Aktuell wird die neue Technologie im industriellen Maßstab in der Kältezentrale am Potsdamer Platz in Berlin erprobt, genutzt wird die bei der Kälteerzeugung entstehende Abwärme.
Seit März 2022 ist das Baufeld an Siemens Enegy übergeben worden, jetzt folgen die bis zu 30 Tonnen schwere Elemente. Die "kalte Inbetriebnahme ist für September bis November 2022 geplant. Nach Fertigstellung soll die mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe jährlich 55 Mio. kWh Wärme erzeugen. Damit können im Sommer 30.000 Haushalte mit Warmwasser und im Winter 3.000 Haushalte mit Wärme versorgt werden.
In den kommenden drei Jahren will Siemens Energy mit der Pilotanlage am Potsdamer Platz gemeinsam mit Vattenfall wichtige Erfahrungen sammeln. Fipel: "Zukünftig werden wir Wärmepumpen mit einem Potenzial von 5 bis 70 Megawatt anbieten können."
© IWR, 2026
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