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Bedeutung von PPA steigt: Vattenfall setzt auf Wachstum bei fossilfreien Stromlieferverträgen

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Berlin - Bei Energieversorgern wie Vattenfall steigt auf Seiten von Gewerbekunden die Nachfrage nach Stromlieferverträgen zur langfristigen Versorgung mit fossilfreiem Strom aus Wind- oder Solarenergieanlagen.

Angesichts des zunehmenden Interesses setzt Vattenfall auf ein weiteres Wachstum auf dem Gebiet von PPAs und verfügt in diesem Segment mittlerweile über eine gut gefüllte Projektpipeline. Bereits bis Ende 2026 sind bei Vattenfall bis zu 28 neue Solarparks in der Planung und könnten über Strompartnerschaften vermarktet werden. Weiterhin investiert Vattenfall in On- und Offshore Projekte. In den nächsten Jahren endet bei einigen Wind-Projekten zudem die staatliche EEG-Förderung; der Grünstrom aus diesen Anlagen dürfte damit ebenfalls für PPAs zur Verfügung stehen.

„Wir erleben eine wachsende Dynamik und eine stark steigende Nachfrage nach Strompartnerschaften für unsere Solar- und Windkraftanlagen. Gerade für Industriekunden, Stadtwerke oder größere Dienstleister werden fossilfreier Strom und Nachhaltigkeit immer bedeutender für langfristige Kundenbindungen und die Dekarbonisierung von Geschäftsmodellen“, kommentiert Christine zu Putlitz, die bei Vattenfall die Vermarktung der Erneuerbaren Energien leitet, die aktuelle Entwicklung.

Private Lieferverträge zwischen Vattenfall und Stromabnehmern auf Unternehmensseite bewegen sich in der Regel in einer Größenordnung zwischen 30 und 500 Gigawattstunden pro Jahr - das kann am unteren Ende etwa dem Jahresstromverbrauch einer Kleinstadt und am oberen Ende dem von internationalen Flughäfen oder großen, industriellen Produktionsanlagen entsprechen. Die Verträge haben Laufzeiten zwischen 5 und 15 Jahren.

„Eine genaue Markteinschätzung mit Blick auf Risiken und Preisprognosen ist daher im Vorfeld notwendig. Im Ergebnis schaffen unsere Strompartnerschaften auf diese Weise Investitions- und Planungssicherheit, kalkulierbare Preise und Risikostreuung für beide Partner“, so zu Putlitz über die Vorteile von PPAs.

„Chancen und Risiken von PPAs liegen für uns klar auf der Hand. Schließlich bergen langfristige Verträge mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren auch Ausfallrisiken für die Energieerzeuger - trotz aller Plan- und Kalkulierbarkeit“, ergänzt zu Putlitz. Das sei einer der Gründe, weshalb es zum Beispiel für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft schwierig ist, erneuerbare Energien über Stromabnahmeverträge mit dem Betreiber eines Wind- oder Solarparks zu beziehen.

Die politische Einigung zur EU-Strommarktreform stimme jedoch optimistisch. „Die Regelungen ermöglichen die Einrichtung vereinfachter staatlicher Kreditgarantien für private Stromlieferverträge durch die Mitgliedsstaaten. Dieses Instrument sollte auch in Deutschland kommen, denn es wird dem PPA-Markt weiteren Rückenwind geben“, so zu Putlitz weiter. Laut einer Studie der Deutschen Energieagentur (Dena) könnte das PPA-Volumen in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 192 Terrawattstunden steigen - und damit ein Viertel des gesamten deutschen Strombedarfs decken.

© IWR, 2024

06.02.2024