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Trittin: VDEW-Vorschlag zur Abschaffung des EEG gefährdet Tausende von Arbeitsplätzen und verteuert erneuerbare Energien

Berlin – Die großen Stromversorger planen mit Blick auf die Bundestagswahl im nächsten Jahr eine neue Kampagne gegen das EEG. Das berichtete der Berliner Tagespiegel am Sonntag unter Berufung auf das Sitzungsprotokoll einer Projektgruppe des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW). Demnach wollen die VDEW-Unternehmen vorschlagen, die im EEG verankerten Vergütungssätze für Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse durch ein Bonus-Modell zu ersetzen, dass Ökostromproduzenten neben dem Marktpreis einen festen Zuschlag pro kWh Ökostrom gewährt. Dieser Zuschlag müsse zu Beginn so hoch sein, "dass die Erneuerbaren Energien am Markt konkurrenzfähig sein können", zitiert der Tagesspiegel aus dem Sitzungsprotokoll. Im Gegenzug würde die bisher gesetzlich vorgeschriebene Abnahmegarantie des Ökostroms entfallen und die Produzenten müssten ihren Strom selbst vermarkten.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat den Vorstoß des VDEW scharf kritisiert. "Der konventionellen Energiewirtschaft ist offensichtlich die boomende Branche der erneuerbaren Energien als Konkurrenz ein Dorn im Auge", sagte Trittin. Das EEG sei weltweit nicht nur das erfolgreichste Instrument zur Markteinführung erneuerbarer Energien, sondern auch das kostengünstigste. „Nirgendwo auf der Welt hat ein Bonus-Modell sich bisher als erfolgreich und kostengünstig erwiesen. Das EEG ist gleichzeitig eines der wirksamsten Klimaschutzinstrumente überhaupt. Auch die Stromwirtschaft ist gut beraten, daran festzuhalten. Ansonsten wären Tausende von modernen und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen in Gefahr", so Trittin weiter.

Auch der Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer, SPD, kritisiert nach Angaben des Tagesspiegels die Pläne zur Abschaffung des EEG. Dies würde den Ausbau der Stromerzeugung aus regenerativen Energien schnell zum Stillstand bringen. Scheer verweist auf die vor vier Jahren verabschiedete Bonus-Regelung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Trotz Bonus hat sich der Neubau von KWK-Anlagen wegen der Preiskürzungen durch die Stromkonzerne unrentabel gemacht, so Scheer.


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Quelle: iwr, stromtarife/02.05.05/

02.05.2005

 



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