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Kritik an Ergebnissen der Bioenergie-Ausschreibung

© Dirk Schönfuß - Fotolia© Dirk Schönfuß - FotoliaBonn, Berlin – Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Ergebnisse der Biomasse-Ausschreibung 2018 veröffentlicht. Die Zuschlagsmenge ist zwar gestiegen, liegt aber wie in der Ausschreibung 2017 weiter deutlich unter dem ausgeschriebenen Volumen. Kritik kommt von den Verbänden.

Die Bioenergieverbände ziehen angesichts der Ergebnisse der Ausschreibung für Biomasseanlagen insgesamt eine durchwachsene Bilanz. Sie sehen erheblichen Änderungsbedarf beim EEG, um das Potenzial der Bioenergie besser zu nutzen.

Bezugschlagte Leistung weiter deutlich unter Ausschreibungsvolumen
Insgesamt gingen bei der BNetzA im Rahmen der diesjährigen Ausschreibung für Biomasseanlagen 85 Gebote ein. Insgesamt 79 Gebote mit einem Gebotsumfang von 76,54 Megawatt (MW) bezuschlagt. Gegenüber dem Vorjahr mit 27,55 MW ist das zwar eine deutliche Steigerung, die Zuschlagsmenge bleibt damit aber weiter deutlich unter dem Ausschreibungsvolumen von 225,8 MW.

Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, entfielen 13 mit einer Gebotsvolumen von 29,48 MW auf Neuanlagen. Mit 66 Geboten mit einem Volumen von 47,06 MW entfällt der Großteil der bezuschlagten Leistung auf Bestandsanlagen. Bereits in Betrieb genommene und nach dem EEG vergütete Anlagen können bei der Bioenergie an den Ausschreibungen teilnehmen, wenn ihre restliche Vergütungsdauer nach dem EEG weniger als acht Jahre beträgt.

Der durchschnittliche Zuschlagswert aller Gebote liegt bei 14,73 ct/kWh. Für Neuanlagen durfte maximal ein Wert von 14,73 ct/kWh geboten werden. Der Höchstwert für Bestandsanlagen betrug 16,73 ct/kWh. In diesem Jahr mussten sechs Gebote aufgrund formaler Fehler ausgeschlossen werden.

Bioenergiebranche entwickelt zukunftsfähige Anlagenkonzepte
Die Bioenergieverbände sehen die Ausschreibungsergebnisse kritisch. Die von der Bundesnetzagentur bekanntgegebenen Ausschreibungsergebnisse zeigen, dass die Bioenergiebranche sich mehr und mehr auf das neue Verfahren einstellt und trotz schwieriger Rahmenbedingungen über zukunftsfähige Anlagenkonzepte verfügt, so die Verbände. Nach anfänglicher Zurückhaltung bei der ersten Ausschreibungsrunde im Jahr 2017 sei die Anzahl der Bieter bei der jetzigen Runde erwartungsgemäß gestiegen. Die mit knapp 77 MW deutliche Unterdeckung der insgesamt ausgeschriebenen Leistung sei zu erwarten gewesen. Hier wirkten sich die niedrigen Gebotshöchstwerte, insbesondere für Neuanlagen, aber auch für Bestandsanlagen, aus. Nur wenige Anlagenkategorien und -größen seien in der Lage, nach derart drastischen Vergütungskürzungen weiter rentabel zu wirtschaften.

Auch ein Jahr nach den ersten Erfahrungen besteht aus Sicht der Verbände immer noch der gleiche Verbesserungsbedarf beim Ausschreibungsdesign wie 2017. Um den Beitrag der flexiblen Bioenergie zur Stabilisierung des Energiesystems zu nutzen, fordern die Verbände Nachbesserungen. Die Bioenergieverbände hätten Vorschläge zur Weiterentwicklung des EEG veröffentlicht, mit denen ohne zusätzliche Kosten die Attraktivität der Ausschreibungen erhöht und damit die Zahl der Gebote sowie der Wettbewerb im Verfahren gesteigert werden könnte. Damit ließe sich das Potenzial der Bioenergie voll ausschöpfen.

© IWR, 2018


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20.09.2018