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Bundestagswahl 2017: Was die Bioenergie-Branche fordert

Berlin – Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die deutsche Bioenergiebranche die wichtigsten Anliegen formuliert. Es gehe um die Ausnutzung sämtlicher Potenziale der Land-, Forst- und Holzwirtschaft zur Bewältigung der Energiewende. Sechs Punkte werden als zentral eingestuft.

Hinter der Bioenergieerklärung steht der Bundesverband Bioenergie (BBE), der als Dachverband der Bioenergie in Deutschland fungiert. Die Positionen sind in Zusammenarbeit mit neun Mitgliedsverbänden erstellt worden, darunter der Fachverband Biogas, der Fachverband Holzenergie oder der Deutsche Bauernverband.

Bioenergie zur Bewältigung der Energiewende

In der Erklärung wird gefordert, dass die Bundesregierung auch in der nächsten Legislaturperiode die richtigen Weichenstellungen vornehmen muss, um sämtliche Potenziale der Land-, Forst- und Holzwirtschaft zur Bewältigung der Energiewende und zur Erfüllung europäischer und deutscher Klimaschutzziele auszuschöpfen. Dazu biete zum Beispiel der Einsatz von Biomasse in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) großes Potenzial. Bestehende Anlagen müssten deshalb auf eine flexible Fahrweise umrüsten, ihre Wärmenutzung ausbauen und ihre Treibhausgaseinsparung durch Effizienzsteigerung und Optimierung des Substrat-/Brennstoffeinsatzes maximieren. Dazu sei insbesondere eine Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) notwendig.

Kein Ende für marktgängige Biokraftstoffe

Auch nachhaltige Biokraftstoffe leisten aus Sicht der Bioenergiebranche einen unverzichtbaren und kostengünstigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr. Es dürfe daher kein „Phase-Out“ für marktgängige Biokraftstoffe geben. Für die 2030-Klimaziele im Verkehr sollte die Treibhausgasminderungsquote in 2018 beginnend bis 2030 sukzessive auf 15 Prozent erhöht werden. Im Wärmesektor müssten die Potenziale der Biomasse zur Verbesserung des Klimaschutzes dringend weiter ausgebaut werden. Durch die dezentrale Bioenergieerzeugung und –nutzung seien gut 113.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum entstanden. Der Gesamt-Bioenergie-Branchenumsatz im Jahr 2016 betrug über 12 Milliarden Euro.

Bioenergienutzung ausbauen und regionale Wertschöpfung weiter stärken

Zudem haben die Verbände zwei Positionspapiere veröffentlich. Sechs Anliegen der Bioenergiewirtschaft werden darin hervorgehoben. Die Potenziale der Bioenergie in der gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung müssen konsequent erschlossen werden. Zweitens seien nachhaltige Biokraftstoffe unverzichtbar. Drittens sollen die Potenziale für Biomasse im Wärmesektor „dringend weiter ausgebaut werden“. Der vierte Punkt betrifft die durch die Bioenergie geschaffene regionale Wertschöpfung, die bewahrt werden müsse. Zudem müssten die Potenziale von Reststoffen und Nebenprodukten ausgeschöpft werden und die Bioenergie soll für die Sektorkopplung genutzt werden.

© IWR, 2017


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04.09.2017