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Globaler Rekordzubau bei regenerativen Energien mit weniger Investitionen

Frankfurt – Der globale Zubau an regenerativen Energien steigt auf Rekordniveau. Gleichzeitig sinkt aber auch die Höhe der Investitionen. Was auf den ersten Blick paradox klingt, hat einen einfachen Grund. Die Kosten für erneuerbare Energien sinken auf breiter Front.

Immer mehr Unternehmen der EE-Branche erwirtschaften trotz steigender Absatzzahlen weniger Umsatz. So verkaufte der kanadisch-chinesische Modulhersteller Canadian Solar 2016 so viele Photovoltaik-Module wie noch nie, dennoch sank der Umsatz spürbar. Auch der deutsche Wechselrichter-Hersteller SMA hat 2016 trotz eines Rekordabsatzes von Solar-Wechselrichtern weniger Umsatz erzielt. Wie unter anderem die Frankfurt School of Finance & Management nun zeigt, sind die globalen Investitionen in erneuerbare Energien 2016 insgesamt kräftig gesunken, während gleichzeitig ein weltweiter Rekord-Zubau von regenerativen Stromerzeugungskapazitäten feststellbar ist. Der Grund für diese Entwicklung kann auch als Erfolg der globalen Energiewende betrachtet werden.

Investitionen sinken – EE-Kapazitäten steigen trotzdem

Sinkende spezifische Kosten für erneuerbare Energietechniken haben im Jahr 2016 ein Rekordniveau beim Zubau der Kapazitäten ermöglicht, trotz eines um 23 Prozent gesunkenen Investitionsvolumens auf nun 241,6 Milliarden US-Dollar. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UN Environment), des Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance (Centre) und von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) hervor. Laut der jährlichen Studie „Global Trends in Renewable Energy Investment“ wurde im Jahr 2016 weltweit eine Rekord-Stromerzeugungskapazität an Wind, Solar, Biomasse und Waste-to-Energy, Geothermie, kleinen Wasserkraftwerken und Meerenergie von 138.500 Megawatt (MW) finanziert. Das waren neun Prozent mehr als im Vorjahr (127.500 MW).

Anteil regenerativer Energien an globaler Stromproduktion steigt

Mit 55 Prozent erreichte der Anteil erneuerbarer Energien (ohne große Wasserkraftwerke) an der gesamten hinzugefügten Energiekapazität laut dem Bericht ebenfalls einen Rekordwert. So stieg auch der Anteil der Erneuerbaren an der tatsächlichen Stromproduktion von 10,3 Prozent im Jahr 2015 auf 11,3 Prozent im Jahr 2016. Trotz des Rückgangs der Investitionssumme in regenerative Energie um 23 Prozent war es mit 241,6 Mrd. US-Dollar etwa doppelt so hoch wie die Investitionen in Stromerzeugung aus Kohle und Gas.

Professor Dr. Ulf Moslener, Professor für Sustainable Energy Finance an der Frankfurt School und Mitherausgeber des Global Trends Reports, erklärte. „Bei den Energieinvestitionen werden Kohle und Gas langsam zum Nebenschauplatz. Die Musik spielt bei den Erneuerbaren. Wind und Sonne sind bereits jetzt in vielen Ländern konkurrenzfähig – es wird investiert, weil es sich lohnt und Subventionen immer weniger wichtig werden.“

IWR: Weltweite Energiewende unumkehrbar

Die globale Energiewende ist nach Ansicht des IWR-Instituts unumkehrbar. Den entscheidenden Treiber für die globale Energiewende sieht das IWR vor allem in der globalen Kostendegression bei den erneuerbaren Energietechniken durch Skaleneffekte. „Das bedeutet mehr regenerative Erzeugungskapazitäten für deutlich weniger Geld als noch vor Jahren“, so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch.

© IWR, 2017

07.04.2017