Bioenergie-Branche.de

Branchenportal für die Bioenergie

PlanET 4 1280 256

Abfallbasierte Bio-Treibstoffe könnten ein Sechstel des EU-Verkehrs abdecken

Brüssel – In Europa existiert ein riesiges, aber leider bislang weitgehend ungenutztes Potenzial zur Erzeugung von Biotreibstoffen aus Abfällen. Dies geht aus einer aktuellen Studie mit Titel “Wasted: Europe’s Untapped Resource” (Müll: Europas ungenutzte Resource) hervor.

Die Studie wurde von zahlreichen Unternehmen und Institutionen wie dem Biodiesel-Hersteller Petrotec, der Fluglinie British Airways sowie Organisationen wie der European Climate Foundation oder dem WWF erstellt bzw. unterstützt. Bei der Umsetzung des technischen Potenzials für abfallbasierte Biokraftstoffe könnte bis zum Jahr 2013 rund ein Sechstel des Transportaufkommens in der EU abgedeckt werden. Diese alternativen Treibstoffe stammen dabei aus Land- und Forstwirtschaft, der Industrie sowie von den Haushalten.

37 Millionen Tonnen Öl verdrängen

Nach den Berechnungen der Studienautoren könnten bis 2030 durch diese Biotreibstoffe jährlich rund 37 Mio. Tonnen Öl ersetzt werden. Chris Malins, der die Analyse für den International Council on Clean Transportation geleitet hat, erklärte, dass die alternativen aus dem Müll gewonnen Kraftstoffe auch bei Einbeziehung aller indirekten Emissionen substantielle CO2-Einsparungen bringen würden. Die Ressourcen seien vorhanden und zugänglich, die Technologie liege vor. Die Herausforderung bestehe lediglich darin, die richtige politischen Rahmenbedingungen für entsprechende Investitionen zu schaffen, so Malins.

Investitionen könnten über 300.000 neue Jobs bringen

Die Erweiterung der Industriekapazitäten für die Erzeugung von abfallbasierten, Biokraftstoffen könnte bsi 300.000 neue direkte Jobs in Europa entstehen lassen, heißt es in der Studie weiter. Hinzu kämen die indirekten Beschäftigungseffekte. Die aus den Abfallstoffen erzeugten Kraftstoffe stellten eine Alternative dar, um die den sinkenden fossilen Vorräte auszugleichen und um die wachsenden transportbedingten CO2-Emissionen in Europa zu reduzieren. Diese bis zum Jahr 2030 zum größten Einzelposten bei den CO2-Emissionen werden.

04.03.2014