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Monitoringbericht: Bundesnetzagentur sieht Versorgungssicherheit mit Strom gewährleistet

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaBerlin - Im Zuge der Energiewende steht für den Stromsektor die Frage im Fokus, ob es mittelfristig genug Strom gibt, um die steigende Nachfrage zu decken. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass dies grundsätzlich möglich ist.

Die Versorgung mit Strom ist mit den aktuellen Planungen der Bundesregierung auch im Zeitraum 2025 bis 2031 auf weiterhin hohem Niveau gewährleistet. Dies ist das Ergebnis des Berichts zum Monitoring der Versorgungssicherheit Elektrizität, den die Bundesnetzagentur (BNetzA) der Bundesregierung vorgelegt hat und den das Bundeskabinett gestern (01.02.2023) verabschiedet hat.

Sichere Versorgung mit Strom bis Ende des Jahrzehnts gewährleistet
Der von der Bundesnetzagentur herausgegebene Bericht „Stand und Entwicklung der Versorgungssicherheit im Bereich der Versorgung mit Elektrizität“ basiert auf den Vorgaben der §§ 51 Abs. 3, 63 Abs. 2 Nr. 2 Energiewirtschaftsgesetz. Die BNetzA analysiert darin die Versorgungssicherheit für den Mittelfristhorizont 2025 bis 2031. Dabei untersucht die Regulierungsbehörde die Entwicklung des Strommarktes vor dem Hintergrund der drei Säulen gesetzlich geplanter Ausbau der erneuerbaren Energien, Umbau des Kraftwerksparks und Netzausbau.

Im Kern kommt die BNetzA in ihrem Bericht zu der Einschätzung, dass die Versorgung mit Strom auch bei einem Kohleausstieg 2030 sicher ist. Dazu müsste das bisherige Ausbautempo für erneuerbare Energien ausgehend von dem Zubau in den letzten 10 Jahren (laut BNetzA 68,6 GW) aber mehr als verdreifacht werden. Des Weiteren müssen laut Bericht auch zusätzliche flexible Kraftwerke gebaut werden, die die Stromnachfrage decken, wenn die Erzeugung von Wind und Sonne nicht ausreicht. Flexible Lasten wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen oder Wasserstoff-Elektrolyseure und Speicher sollen dabei helfen, die Stromnachfrage zu regulieren.

Auf der Basis des Berichtes hat die Bundesregierung Handlungsempfehlungen entwickelt und verabschiedet, wie die im Bericht analysierte Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann.

Habeck kündigt Kraftwerksstrategie für das erste Halbjahr 2023 an
Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck sieht die Politik der Bundesregierung durch den Bericht bestätigt. „Wir treiben den Umbau unserer Energieversorgung weiter entschlossen voran. Das gilt für den Ausbau der Erneuerbaren Energien, für den Netzausbau ebenso wie die Modernisierung des Kraftwerksparks“, so Habeck. Der im Kabinett verabschiedete Bericht der Bundesnetzagentur zeige, dass die Stromnachfrage im Zeitraum von 2025 bis 2031 jederzeit sicher gedeckt werden könne. Diese gelte auch, wenn der Stromverbrauch durch neue Verbraucher wie Elektromobile und Wärmepumpen deutlich steige und der Kohleausstieg bis 2030 erfolge, so Habeck weiter.

Mit Blick auf die Modernisierung des Kraftwerksparks kündigte Habeck für das erste Halbjahr 2023 die Auflage einer Kraftwerksstrategie an, damit die Kraftwerke gebaut werden, die für ein klimaneutrales Stromsystem gebraucht werden. Diese müssten wasserstoff-ready sein und so auch von Anfang an geplant werden.

Berichtsmethodik: Vielzahl an Wettersituationen und mögliche Kraftwerksausfälle bewertet
Um eine methodische Robustheit zu gewährleisten, hat die Bundesnetzagentur die Bewertung der Versorgungssicherheit im Bericht auf zwei unterschiedlichen wissenschaftlichen Analysen aufgebaut, die von den Energieberatungsunternehmen Consentec GmbH in Zusammenarbeit mit IER und FfE sowie von r2b Energy Consulting verfasst wurden.

Beide Studien berechnen jeweils ein Szenario, das die Ziele der Bundesregierung gemäß Koalitionsvertrag und gesetzlicher Vorgaben, z.B. zum Ausbau der erneuerbaren Energien und der Elektromobilität abbildet und einen Kohleausstieg bis 2030 unterstellt. Unter diesen Randbedingungen kommen beide Studien zu dem Ergebnis, dass die Versorgung in einem solchen Szenario gesichert wäre.

Zusätzlich wurde in einer Studie untersucht, was passiert, wenn 10 GW weniger Kraftwerksleistung zur Verfügung stehen. Hier sind laut Bericht nur minimale Auswirkung auf das Versorgungssicherheits-Niveau im Strommarkt zu beobachten.

Um den Erwartungswert der Versorgungssicherheit im Strommarkt bei Erreichung der Ziele der Bundesregierung zu ermitteln, betrachtet das Versorgungssicherheits-Monitoring eine Vielzahl möglicher Situationen und bezieht dabei verschiedene Wetterkonstellationen und Kraftwerksausfälle ein. Diese Methodik des Strommarkt-Monitorings auch in der EU Binnenmarktverordnung angelegt.

Dazu gehört, dass für jedes Betrachtungsjahr ein Kraftwerkspark berechnet und dann geprüft wird, ob dieser in unterschiedlichen Situationen die Versorgungssicherheit gewährleisten kann. Zudem werden für jede Stunde im betrachteten Jahr (8.760 Stunden) 350 unterschiedliche Kraftwerksausfälle angenommen, die mit sechs unterschiedlichen Wetterjahren kombiniert werden. Darunter sind auch Wetterjahre mit sehr kalten Perioden und Dunkelflauten. Insgesamt entstehen so für jede Stunde 2.100 Kombinationen aus Wetter und Kraftwerksausfällen (insgesamt rund 18 Mio. Situationen p.a.).


© IWR, 2023


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