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Studie: Globaler Biogasmarkt wird auf Jahre schwächeln

Köln – Der Biogas-Boom aus den Jahren 2005 bis 2011 ist in Deutschland deutlich abgeebbt. Neue vergleichbare Märkte haben sich nicht gebildet. Nach einer aktuellen Biogas-Marktstudie sollen bis zum Jahr 2025 weltweit gerade einmal so viele Biogaskapazitäten neu errichtet werden wie alleine in Deutschland in den erwähnten Boomjahren.

Die Marktuntersuchung der Kölner ecoprog GmbH zeigt zudem, dass trotz des Einbruchs des deutschen Marktes Europa im weltweiten Vergleich führend bleiben wird. Als wesentliche Markttreiber im Biogassektor werden die politischen Rahmenbedingungen für den Einsatz erneuerbarer Energien genannt.

Globaler Biogas-Ausbau erfolgt in deutlich geringerem Umfang

Weltweit sind aktuell über 12.000 Biogasanlagen mit einer Leistung von rund 7.000 Megawatt (MW) in Betrieb. Über 90 Prozent der Anlagen stehen in Europa. Vor allem in Deutschland wurden im Zuge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit rund 8.000 Anlagen etwa zwei Drittel des weltweiten Bestandes errichtet. Bis 2025 werden laut ecoprog, nach eigenen Angaben Brancheninsider in der Umwelt- und Energietechnik, weltweit rund 2.600 MW an Biogaskapazitäten neu errichtet. Zum Vergleich: Alleine in Deutschland wurden in den starken Biogasjahren von 2005 bis einschließlich 2011 nach den Zahlen des Fachverbands Biogas ebenfalls rund 2.600 MW Biogaskapazitäten installiert.

Doch durch die deutliche Reduzierung der Förderung seit 2012 ist der ehemals weltweit dominierende deutsche Markt eingebrochen, so ecoprog. Auch in vielen anderen Ländern Europas und Nordamerikas rücke der Wettbewerb, Kosteneinsparungen und Nachhaltigkeitskriterien in den Vordergrund. In Bulgarien und der Tschechischen Republik habe dies gar zu einem gänzlichen Stopp der staatlichen Unterstützung geführt. In der Folge findet auch in den kommenden Jahren ein Ausbau an Biogasanlagen statt, jedoch in deutlich geringerem Umfang als in den Boomjahren der frühen 2010er. Während von 2010 bis 2015 laut ecoprog rund 3.000 MW zugebaut wurden, werde die installierte Leistung zwischen 2016 und 2025 nur noch um rund 2.600 MW auf 9.600 MW zunehmen.

Frankreich, UK, Italien und Polen kompensieren Marktrückgang in Deutschland teilweise

In den Boomjahren um 2011 wurden über 90 Prozent aller Kapazitäten in Europa errichtet; bis 2025 dagegen entfallen etwa 75 Prozent des Neubauvolumens auf Europa. Damit bleibt Europa nach wie vor die mit Abstand stärkste Region in der weltweiten Betrachtung. Der deutliche Rückgang des deutschen Marktes wird zumindest in Teilen durch die starken Biogasmärkte Frankreich, UK, Italien und Polen kompensiert. Bis 2025 ist Frankreich mit einem Zubau von rund 440 MW der stärkste Ländermarkt weltweit. Grund hierfür sei ein Ausbau der Förderung durch eine Anhebung der Einspeisevergütung und die Einführung eines zusätzlichen Auktionssystems im Zuge der neuen Energiewendegesetzgebung im Jahr 2015.

Biogasmärkte in Asien und Nordamerika gewinnen an Bedeutung

An Bedeutung gewinnen auch die Regionen Asien und Nordamerika, denn hier zeigen vereinzelte attraktive Förderungen Wirkung, etwa in Thailand. In den Regionen Südamerika, Australien und Pazifik sowie Afrika und Naher Osten beschränkt sich der Ausbau der Biogasanlagen weiterhin auf einzelne, teils sehr große Projekte. Während in vielen Ländern dieser Regionen das Fehlen einer attraktiven Förderung Grund für den geringen Ausbau ist, sind es in Japan vor allem die etablierten Energiemarktstrukturen sowie genehmigungsrechtliche Hindernisse.

Durch die Umstrukturierung des Biogasmarktes haben sich die Marktbedingungen für viele Technologieanbieter und Betreiber geändert. Viele vormals regional bis national operierende Unternehmen versuchen, durch die Internationalisierung ihrer Geschäfte neue Absatzmärkte zu gewinnen. Zudem bauen sich zahlreiche Technologieanbieter mit einer Konzentration auf das Service- und Repowering-Geschäft an bestehenden Standorten ein neues Standbein auf Auch die Aufbereitung von Biogas auf Biomethanqualität und die Einspeisung ins Erdgasnetz rücke in den Vordergrund möglicher technischer Erneuerungen.

© IWR, 2016

08.06.2016

 




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