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Gebäudemodernisierungsgesetz: BUND-Analyse des Fraunhofer ISI warnt vor steigenden Heizkosten durch Gasheizungen

© Adobe Stock© Adobe StockBerlin - Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz soll den Rahmen für die Wärmewende setzen, doch zentrale Weichenstellungen sind umstritten. Vor allem die Rolle von Gasheizungen sorgt für Kritik - nicht nur klimapolitisch, sondern zunehmend auch mit Blick auf langfristig steigende Heizkosten für Verbraucher.

Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt: Die im Gesetz vorgesehenen Optionen für neue Gasheizungen könnten sich für Haushalte als Kostenfalle erweisen. Sowohl Mieter als auch Eigentümer müssten demnach bis 2045 mit deutlich höheren Ausgaben rechnen als beim Einsatz von Wärmepumpen. Die Berechnungen zeigen, dass das Gebäudemodernisierungsgesetz zu einem Treiber steigender Heizkosten wird.

Gasheizungen im Gesetz: Kostenrisiken für Mieter nehmen zu
Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) will die Bundesregierung den Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudesektor voranbringen. Gleichzeitig sollen jedoch auch weiterhin neue Gasheizungen erlaubt bleiben - sofern diese schrittweise mit steigenden Anteilen „grüner Brennstoffe“ betrieben werden.

Genau hier setzt die Kritik an: Die vom Fraunhofer ISI für den BUND durchgeführte Untersuchung zeigt erhebliche wirtschaftliche Nachteile dieser Strategie. Demnach könnten Mieter in einem typischen Mehrfamilienhaus bis 2045 mehr als 18.000 Euro zusätzlich für Heizkosten zahlen, wenn Vermieter auf eine neue Gasheizung statt auf eine Wärmepumpe setzen.

Die monatliche Differenz steigt laut Berechnungen deutlich an - von rund 55 Euro im Jahr 2035 auf bis zu 272 Euro im Jahr 2045, wobei steigende CO2-Preise sowie Energie- und Biomethankosten die Haupttreiber sind.

Julius Neu, Energie- und Klimapolitikexperte beim BUND, bewertet die Pläne kritisch: „Was die Bundesregierung beim Heizen plant, ist nicht nur eine Mogelpackung für den Klimaschutz, sondern auch sozialer Sprengstoff.“ Besonders problematisch sei die fehlende Einflussmöglichkeit von Mietern auf die Heiztechnik bei gleichzeitig steigenden Betriebskosten.

Einfamilienhäuser: Hohe Mehrkosten und langfristige Investitionsrisiken
Auch für Eigentümer von Einfamilienhäusern birgt der geplante gesetzliche Rahmen finanzielle Risiken. Aufgrund größerer Wohnflächen und häufig geringerer Energieeffizienz fallen die Unterschiede bei den Heizkosten noch deutlicher aus.

Die Fraunhofer-ISI-Berechnungen zeigen, dass sich die Mehrkosten gegenüber einer Wärmepumpe bis 2045 auf knapp 24.000 Euro summieren können. Die monatliche Zusatzbelastung steigt demnach von etwa 73 Euro im Jahr 2035 auf bis zu 326 Euro im Jahr 2045.

Selbst unter günstigen Annahmen für Gaspreise bleibt der Kostennachteil bestehen. In Szenarien mit besonders hohen Energiepreisen könnte sich die Differenz sogar deutlich ausweiten. Damit wächst das Risiko, dass Investitionen in neue Gasheizungen langfristig zu wirtschaftlichen Fehlentscheidungen werden.

Neu rät daher zu klaren Weichenstellungen: „Hauseigentümer sollten sich auf keinen Fall durch den rückwärtsgewandten Kurs der Bundesregierung beim Heizen verunsichern lassen.“ Wärmepumpen seien „in den meisten Fällen die kostengünstigste Lösung“.

Vor diesem Hintergrund fordert der BUND klare gesetzliche Vorgaben für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme. Zudem spricht sich der Verband für einen Heizkostendeckel aus, um Mieter vor steigenden Belastungen zu schützen.


© IWR, 2026


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25.03.2026

 



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