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Biokraftstoff-Aktie Verbio knickt trotz Rekordergebnis ein

Leipzig – Der Biokraftstoff-Produzent Verbio aus Leipzig meldet zum dritten Mal in Folge das erfolgreichste Geschäftsjahr in der zehnjährigen Unternehmensgeschichte. Dennoch bricht die Aktie im Handel am Mittwoch um mehr als 20 Prozent ein.

Der Verbio-Vorstandsvorsitzende Claus Sauter berichtete am Mittwoch im Rahmen der Veröffentlichung des Jahresabschlusses, dass das Unternehmen ein Rekordergebnis sowie eine Rekordproduktion für das Geschäftsjahr 2016/2017 verzeichnen kann. Die Aktionäre schauten aber insbesondere auf den weiteren Ausblick, den das Unternehmen gab.

Verbio erstmals mit über 700.000 Tonnen Biodiesel und Bioethanol

Der Konzernumsatz der Verbio Vereinigte Bioenergie AG stieg im Geschäftsjahr 2016/2017 (vom 01.07.2016 bis 30.06.2017) gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent auf 726,4 Mio. Euro (2015/2016: 654,3 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei verbesserten Marktbedingungen bei 92,4 Mio. Euro und damit um 26 Prozent über dem des Wert des Vorjahres (2015/2016: 73,1 Mio. Euro). Die Gesamtproduktion an Biodiesel und Bioethanol erreichte im abgeschlossenen Geschäftsjahr 722.137 Tonnen und knackt erstmals die 700.000-Tonnen-Marke. Das Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ist um 36 Prozent auf 70,7 Mio. Euro gestiegen (2015/2016: 52,0 Mio. Euro). Das durch tatsächliche und latente Steuern in Höhe von 18,8 Mio. Euro beeinflusste Periodenergebnis wird mit 51,8 Mio. Euro ausgewiesen (2015/2016: 48,9 Mio. Euro) ausgewiesen.

Dividende soll steigen – Aktienkurs bricht trotzdem ein

Angesichts der deutlich verbesserten Ertragslage im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016/2017 wird der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates der am Anfang Februar 2018 stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung eine höhere Dividende vorschlagen. Die Ausschüttung soll auf 0,20 Euro je dividendenberechtigter Aktie steigen (2015/2016: 0,15 Euro je Aktie). Dennoch können die guten Zahlen die Aktionäre nicht überzeugen. Im Gegenteil: Die Aktie von Verbio hat im Handel am Mittwoch rund ein Fünftel an Wert verloren. Das Papier ist mit einem Kursminus von 22,2 Prozent auf 9,38 Euro aus dem Handel gegangen (Börse Stuttgart).

Sauter: EU will Ende der Biokraftstoffe in Europa

Verbio-öVorstandchef Sauter deutet an, wo die Probleme liegen: „Solange Brüssel aus ideologischen Gründen weiter über ein Ende der konventionellen Biokraftstoffproduktion nachdenkt, während die Biokraftstoffproduktion weltweit wächst, ist die Expansion außerhalb Europas für eine Innovationsschmiede wie Verbio nur eine logische Konsequenz.“

Anfang September 2017 hatte die EU-Kommission auf Druck der WTO die in 2013 verhängten Anti-Dumping-Strafzölle auf Soja-Biodiesel aus Argentinien halbiert. Da praktisch gleichzeitig die USA für argentinischen Soja-Biodiesel ab 2018 Strafzölle verhängt haben, ist davon auszugehen, dass Europa mit Soja-Biodiesel überschwemmt wird, so Verbio. Das könne die Wettbewerbsfähigkeit für Biodiesel aus einheimischem Rapsöl erheblich beeinträchtigen. Ein ähnliches Verfahren für Palmöl-Biodieselimporte aus Indonesien ist bei der WTO anhängig, derzeit aber noch nicht entschieden.

Ausblick schwach: Deutlich geringeres Ebitda erwartet

Entsprechend fällt der Ausblick für das Geschäftsjahr 2017/2018 aus. Verbio teilt mit, dass der Vorstand unter Zugrundelegung des aktuellen Absatz- und Rohstoffpreisniveaus, der angestrebten Produktionsauslastung sowie der Unsicherheiten im Hinblick auf mögliche wettbewerbsverzerrende Importe von Biodiesel- und Bioethanol aus Übersee davon ausgeht, im Geschäftsjahr 2017/2018 nur noch ein Ebitda in der Größenordnung von 50 Mio. Euro zu erzielen. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 wurde ein Ebitda in Höhe von 92,4 Mio. Euro erzielt.

© IWR, 2017


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