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Wirtschaft

Die Initialisierung der Nutzung der Biomasse in Deutschland im Stromsektor geht auf den Atomreaktor-Unfall in Tschernobyl zurück. Mit zunehmender Differenzierung der Vergütung aus Biomasse hat der Bioenergiemarkt mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 und dessen Novellierung im Jahr 2004 an Dynamik gewonnen. Flankiert durch das EEG ist im Biogassektor innerhalb weniger Jahre ein Kraftwerkspark mit einer Gesamtkapazität von über 4.000 Megawatt (MW) entstanden.

Auch im Bereich Wärme profitiert die Bioenergie-Branche in Deutschland von den politischen Rahmenbedingungen auf Bundes- und Landesebene. Flankiert durch das Marktanreizprogramm des Bundes sowie dessen Vorgängerprogramme (100 Mio. / 200 Mio. DM-Programm) hat sich in Deutschland ein innovativer Industriezweig mit einem breiten Spektrum an biogenen Wärmetechniken entwickelt.


Biogasindustrie in Deutschland wächst schnell, gerät aber unter starken Druck

Gestützt durch den im internationalen Vergleich frühen Einstieg in die Bioenergienutzung hat sich auf dem Stromsektor vor allem im Bereich Biogas rasch ein neuer und leistungsfähiger Industriezweig entwickelt. Neben einigen Spezialunternehmen, die auf dem Biogassektor als Hersteller und Anbieter von kompletten Biogasanlagen auftreten, konnten sich viele kleine und mittlere Unternehmen aus dem landwirtschaftlichen Umfeld neue Anwendungsfelder und Märkte erschließen. Aufgrund eines radikalen Kurswechsels in der Bundespolitik und der erst anlaufenden Exportaktivitäten ist es ab der Novellierung des EEG im Jahr 2014 zu einem starken Markteinbruch gekommen, von dem sich die Branche bis heute noch nicht erholen konnte.


Niedriger Ölpreis belastet biogene Wärmebranche

Auf dem Markt für Wärme aus Biomasse haben neben deutschen Unternehmen, die neu in den Markt eingestiegen sind, vor allem Unternehmen aus Österreich von den verbesserten Rahmenbedingungen des Marktanreizprogramms zum Ausbau der Bioenergie profitieren können. Während in den Anfangsjahren viele Spezialunternehmen auf dem Markt für Biomasseheizungen aktiv waren, sind mit zunehmender Reife des Marktes nach und nach die großen Hersteller von Heizungstechnik durch Firmenübernahmen, den Aufbau eigener Produktionen oder die Nutzung von OEM-Herstellern in den Markt für biogene Festbrennstoffe eingestiegen. Derzeit bremst der niedrige Ölpreis die Kunden im Hinblick auf Investitionen auf dem Heizungsmarkt und den Wechsel auf eine regenerative Brennstoffversorgung.


Biotreibstoffbranche: Aussichten eingetrübt

Mit der Steuervergünstigung auf Biodiesel und Bioethanol haben in Deutschland rasch eine Reihe von Biotreibstoffproduzenten ihre Produktionswerke eröffnet. Angesichts der Verschlechterung der steuerlichen Rahmenbedingungen und dem Verfall des Ölpreises haben sich die wirtschaftlichen Aussichten für die Hersteller von Biotreibstoffen derzeit massiv eingetrübt.


Regionale Wirtschaft - Nutzungswertschöpfung

Die Nutzung der Bioenergie zur Erzeugung von Strom, Wärme oder Treibstoffen und die Stromerzeugung sowie die biogene Wärme- und Kälteerzeugung stärken die regionale Wirtschaft und tragen zur Sicherung der Beschäftigung vor Ort bei. Davon profitieren im Bioenergiesektor insbesondere auch lokale Handwerksbetriebe, die als Installationsunternehmen auf den Gebieten Anlagenerrichtung und -Wartung tätig sind.


Industrie und Dienstleistungen

Die Standorte der Herstellerunternehmen, d.h. der gewerblichen Wirtschaft, befinden sich über Deutschland im Bioenergiesektor verteilt. Neben den Herstellern und Anbietern von Komplett-Anlagen profitiert auch die Zulieferer-Industrie. Die industrielle Bioenergieforschung und der Dienstleistungssektor wirken sich auf alle Regionen in Deutschland aus.