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Öko-Institut stellt Ansatz zur Neuberechnung des CO2-Fußabdrucks von Holz vor

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaFreiburg - Bislang galt die stoffliche und energetische Nutzung von Holz als klimafreundlich. Die öffentliche Diskussion verlagert sich jedoch in Richtung einer differenzierteren Betrachtung, da der Beitrag von Holz zur CO2-Substitution stark von der Art der Holznutzung abhängt. Vor diesem Hintergrund schlägt das Öko-Institut einen CO2-Speichersaldo vor.

Wird Holz aus dem Wald entnommen und für die Herstellung von Holzprodukten, Baustoffen oder Papier genutzt, wird im Wald weniger CO2 gespeichert, als wenn die Bäume nicht gefällt worden wären. Dadurch wird der Atmosphäre entsprechend weniger CO2 entzogen. Es entsteht ein CO2-Fußabdruck, der in die Gesamtrechnung einer Treibhausgasbilanz aufgenommen werden müsste, um tatsächlich alle Auswirkungen der Holznutzung auf das Klima zu berücksichtigen.

CO2-Speichersaldo schließt Lücke in CO2-Bilanzierung
Um den CO2-Fußabdruck der Nutzung von Holz im Rahmen von Treibhausgasbilanzen zu berücksichtigen, schlägt das Freiburger Öko-Institut eine neue Berechnungsmethode über einen CO2-Speichersaldo vor. Dieser Wert gibt einen „CO2-Rucksack“ an, den ein geernteter Kubikmeter Holz mit sich führt, den der Wald mehr an Kohlenstoff gebunden hätte, wenn dieser Kubikmeter nicht eingeschlagen worden wäre. In Deutschland liegt der CO2-Speichersaldo nach Angaben des Öko-Instituts in einer Bandbreite von 600 bis 1.700 Kilogramm CO2 pro geerntetem Kubikmeter Holz.

„Ein Wald aus dem weniger Holz geerntet wird, könnte mehr CO2 speichern, als in zum Teil sehr kurzfristig genutzten Produkten aus Holz gebunden wird. Bislang ignorieren CO2-Bilanzen von Holz diese Effekte jedoch vollständig; unser CO2-Speichersaldo schließt hier die Lücke“, so Dr. Hannes Böttcher, Experte für Klimaschutz und Waldbewirtschaftung am Öko-Institut.

Größe des CO2-Rucksacks von Waldtyp und Nutzung des Holzes abhängig
Dabei unterscheidet sich der „CO2-Rucksack“ je nachdem, um welche Art von Wald und um welche Form der Holzentnahme es sich handelt. Werden lebende Bäume aus einem jungen gesunden Wald direkt geerntet, ist der Effekt größer, als wenn das Holz aus geschädigten Wäldern stammt oder Waldrestholz entnommen wird, das bei der Ernte anfällt. Bei Holz, das den Wald bereits verlassen hat, also zum Beispiel Reststoffe aus der Sägeindustrie oder Altholz nach der Nutzung, muss gar kein CO2-Fußabdruck berücksichtigt werden, da die Nutzung dieser Holzarten sich nicht mehr direkt auf den Wald auswirkt, so das Öko-Insitut.

Für die Gesamtbilanz ist am Ende auch entscheidend, wie lange CO2 im Produkt gespeichert bleibt und wie stark es andere, energieintensivere Produkte, die mehr CO2 verursachen würden, verdrängen kann (Substitution). Bei einem Bauelement aus Holz für den Hausbau etwa wird der Kohlenstoff über Jahrzehnte gespeichert, bei Papier jedoch nur sehr kurz und bei Holz, das zum Heizen genutzt wird, gar nicht.

Senkenleistung von Wäldern für Klimaschutz steigt mit zunehmendem Grad an naturnaher Waldbewirtschaftung
Wälder sind wichtige CO2-Speicher und tragen wesentlich dazu bei Treibhausgase in der Atmosphäre zu verringern. Diese Senkenleistung steigt, je naturnäher die Wälder bewirtschaftet werden und weniger intensiv genutzt, das heißt weniger Holz geerntet wird.

Der CO2-Speichersaldo kann nach Einschätzung des Öko-Instituts als Hinweisgeber dazu dienen, in welchem Ausmaß und vor allem welche Holzrohstoffe sich für die stoffliche und energetische Nutzung eignen können, ohne die Atmosphäre und die Waldsenke zu stark zu belasten. Dadurch könnten gezielt Maßnahmen umgesetzt werden, wie die Förderung bestimmter Holzprodukte, die sich besonders gut eignen, CO2 zu speichern und fossile Emissionen zu verringern und gleichzeitig schonend für die Waldsenke sind.

© IWR, 2022


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26.04.2022

 



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