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DLR und ZSW initiieren erstes technologieübergreifende Prüfzentrum für Wasserelektrolyse

© DLR / Thomas Ernsting© DLR / Thomas ErnstingStuttgart - Um die Nationale Wasserstoffstrategie und den Green Deal der EU umzusetzen, ist ein massiver Aufbau von Elektrolysekapazitäten notwendig. Ein neues Prüfzentrum in Stuttgart soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft müssen Elektrolyseure zur Massenware werden. Eine zentrale Herausforderung sind dabei die Größe der Elektrolysemodule und deren Serienfertigung aus industriefähigen Materialien und Komponenten. Dazu sind einheitliche Test- und technologieübergreifende Analysemöglichkeiten notwendig, die künftig in einem neuen Test- und Innovationszentrum für Wasserelektrolyse von DLR und ZSW entwickelt werden sollen.

Entwicklung von standardisierten Prüfverfahren für alle Elektrolysetechnologien
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) planen den Bau eines Test- und Innovationszentrums für Wasserelektrolyse. Beide Einrichtungen haben hierzu ein Memorandum unterzeichnet. Das DLR-Institut für Technische Thermodynamik und das ZSW wollen mit dem Test- und Innovationszentrum standardisierte Prüfverfahren für alle Elektrolysetechnologien etablieren. Ab 2023 sollen diese als Dienstleistung angeboten werden. Das Ziel ist es, Entwicklungszeiten zu verkürzen, um den Umstieg auf Wasserstoff als Energieträger zu beschleunigen.

„Wir wollen mit ElyLab die technische Weichen für die Wasserstoffzukunft stellen und den Markthochlauf der Technologie beschleunigen“, so Dr. Marc-Simon Löffler, ZSW-Fachgebietsleiter Regenerative Energieträger und Verfahren. Bisher gebe es nur wenig Erfahrung, wie sich Elektrolyseure neutral bewerten lassen, ergänzt Prof. Andreas Friedrich vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik. „Mit dem gemeinsamen Wissen und der Technologiebreite von DLR und ZSW wollen wir Industriepartner und Unternehmen unterstützen. Einheitliche Testprozeduren und Schnellalterungstests ermöglichen Bauteile und Systeme neutral zu bewerten und zu zertifizieren. Dies umfasst Materialanalysen, Komponententests bis zur praxisnahen Erprobung ganzer Systeme im Megawattbereich“, so Friedrich weiter.

ElyLAB bündelt Know-how von DLR und ZSW - Testzentrum soll in bestehende Wasserstoffstrukturen eingebunden werden
Die beiden Partner können bei ElyLAB auf eine breite Basis zurückgreifen: DLR und ZSW verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in allen relevanten Bereichen der Elektrolyse und über umfangreiche Analyse- und Testmöglichkeiten. Diese reichen von Zellkomponenten wie Elektroden, Membranen oder Zellrahmen über Elektrolyseblocktechnologien bis hin zu Komplettsystemen und von der Materialanalyse bis zur praxisnahen Erprobung im Megawatt-Maßstab. Das ZSW fokussiert sich in dem Projekt ElyLab vor allem auf die Alkalische Elektrolyse; das DLR deckt insbesondere die PEM (Proton-Exchange-Membran) /AEM (Anion Exchange Membran) und SOEL (Solide Oxide Electrolysis) Technologien ab. Die Partner wollen verstärkt an der Entwicklung standardisierter Testverfahren arbeiten, um Herstellern und Anwendern einen Qualitätsbenchmark bieten zu können.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt das Kooperationsprojekt ElyLAB mit einer Machbarkeitsstudie. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfassen die nötigen Randbedingungen für das Prüfzentrum und identifizieren geeignete Standorte im Großraum Stuttgart. Ergebnisse werden bis zur Jahresmitte erwartet.

Teil der Studie ist zudem, das Testzentrum ab 2024 in Wasserstoffinfrastrukturen des Großraums Stuttgart einzubinden. Die Region Stuttgart wurde für das Förderprogramm „Modellregion Grüner Wasserstoff“ des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und der Europäischen Union ausgewählt. Dadurch lassen sich lokale Verteilernetze nutzen und regionale Abnehmer mit Wasserstoff bedienen. Dies umfasst beispielsweise die Automobil- und Zuliefererindustrie ebenso wie Mobilitäts- und Transportdienstleister.

© IWR, 2022


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