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Energieeffiziente Stadt: Uni Bremen leitet Großprojekt

Bremen - Stadtteil- und quartiersbezogene Energiekonzepte sind für eine effiziente Energieversorgung von großer Bedeutung. Die Uni Bremen hat gemeinsam mit Partnern jetzt den Zuschlag für ein Großforschungsprojekt zur energieeffizienten Stadt erhalten.

Das Projekt „Quarree 100“ wurde unter mehr als 60 Projektskizzen als eines von sechs Demonstrationsprojekten ausgewählt. In den nächsten Jahren wird das Vorhaben vom Bundeswirtschafts- und Bundesbildungsministerium gemeinsam mit mehreren Millionen Euro gefördert.

Entwicklung zukunftsweisender Energietechnologien für Stadtquartiere im Fokus

Das interdisziplinäre „Institute for Advanced Energy Systems (AES)“ der Universität Bremen wird das Großprojekt koordinieren. Gemeinsam mit der Entwicklungsagentur Region Heide, dem „Steinbeis Innovationszentrum (SIZ) energie+“, einem An-Institut der Technischen Universität Braunschweig und weiteren Partnern haben die Bremer Wissenschaftler den Zuschlag für das Projekt „Quarre 100“ erhalten. Dabei geht es um die Entwicklung von zukunftsweisenden Energietechnologien und den nachhaltigen Umbau der Energieversorgung eines Stadtquartiers am konkreten Beispiel des Stadtteils Rüsdorfer Kamp in der Stadt Heide im Landkreis Dithmarschen. Ziel ist die Entwicklung einer effizienten Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung, bei der unter Einbeziehung bislang abgeregelter Windstrommengen eine möglichst vollständige Verwertung von erneuerbaren Energien erfolgt.

25 Mio. Euro Forschungsförderung für Leuchtturmprojekt

Mehr als 60 Projektskizzen aus Stadtverwaltungen, Forschungsinstituten und Unternehmen waren bei dem beteiligten Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesbildungsministerium eingegangen. Das Vorhaben der Bremer und Braunschweiger Wissenschaftler und der Agentur in Heide wurde als „Leuchtturmprojekt“ eingestuft und wird damit als eines von sechs Demonstrationsobjekten gefördert. Das Vorhaben wird in den Förderschwerpunkt „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ aufgenommen, der ressortübergreifend von den beiden Ministerien finanziert wird. Die Förderung des Verbundprojektes in den nächsten fünf Jahren umfasst ein Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro. Das Budget der Universität Bremen liegt bei 5,6 Millionen Euro.

Urbaner Feldtest für innovative Energietechnologien

Stefan G. Reisemann, Professor für Resiliente Energiesysteme und Sprecher des Institute for Advanced Energy Systems an der Bremer Universität, freut sich über den Erfolg: „Unsere Konzepte für eine nachhaltige und widerstandsfähige Gestaltung von Energiesystemen und die hoch innovativen Energietechnologien, die im Fachbereich Produktionstechnik der Universität entwickelt werden, können nun dank der großzügigen Förderung im Quartier Rüsdorfer Kamp untersucht werden.“ Professor M. Norbert Fisch von SIZ energie+, der seit mehr als 20 Jahren zum nachhaltigen und energieeffizienten Bauen forscht, ergänzt: „Insbesondere der urbane Kontext, in dem jetzt eine ganzheitliche Betrachtung aller verbrauchsrelevanten Sektoren möglich sein wird, macht das Forschungsvorhaben zu einem zukunftsorientierten Demonstrationsprojekt.“

© IWR, 2017