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Biodiesel-Produktion steigt dank Exportgeschäft

Berlin – Die Produktion von Biodiesel in Deutschland ist 2016 gestiegen, trotzdem sinkt der Anteil am Dieselabsatz in Deutschland.

Die deutschen Produzenten seien durch den „Stillstand beim Klimaschutz im deutschen Verkehr“ gezwungen, mehr zu exportieren, konstatiert der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Der Verband kritisiert eine neue Verordnung des Umweltministeriums in scharfem Ton.

Biodiesel: Deutsche Produktion steigt, aber Anteil am Dieselabsatz sinkt
Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) bemängelt den sinkenden Anteil von Biodiesel am deutschen Dieselabsatz. Verbandsgeschäftsführer Elmar Baumann übt zudem drastische Kritik an einer neuen Biokraftstoff-Verordnung des Umweltministeriums. Die deutschen Biodiesel-Hersteller haben 2016 nach Schätzungen des VDB etwa 3,1 Millionen Tonnen Biodiesel hergestellt und damit die Vorjahresproduktion um 100.000 Tonnen übertroffen. Gleichzeitig stagnierte der Absatz in Deutschland bei 2,15 Millionen Tonnen. Der Anteil von Biodiesel am gesamten Dieselabsatz sank sogar von 5,84 Prozent auf 5,68 Prozent. Der Stillstand beim Klimaschutz im deutschen Verkehr zwinge die deutschen Biodieselproduzenten, mehr zu exportieren, heißt es dazu vom VDB.

Durch eine sogenannte Treibhausgas (THG)-Quote werden seit 2015 Biokraftstoffe in Deutschland gefördert. Die THG-Quote verpflichtet die Mineralölindustrie, die Treibhausemissionen ihrer Kraftstoffe um einen bestimmten Prozentsatz zu senken (2017: 4 Prozent; ab 2020: 6 Prozent). Biokraftstoffe werden in diesem Zusammenhang genutzt, weil sie 70 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als fossile Kraftstoffe.

Scharfe Kritik an neuer Verordnung des Umweltministeriums
Auf besonders starken Widerstand stößt in diesem Zusammenhang eine neue Verordnung des Bundesumweltministeriums. Die Verordnung sieht vor, dass Mineralölkonzerne sich auf die THG-Quote von 6 Prozent ab 2020 bis zu 1,75 Prozent durch Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen der Erdölförderung anrechnen lassen können, auch wenn diese nicht in Deutschland stattfinden. Damit hätten nachhaltige Energiequellen (z.B. Biokraftstoffe, Elektromobilität und Wasserstoff), die eigentlich gefördert werden sollen, das Nachsehen.

„Es ist ausgesprochen dreist, dass Umweltministerin Hendricks einerseits den Verkehrssektor als Sorgenkind des Klimaschutzes bezeichnet und andererseits aktiv verhindert, dass dort mehr erneuerbare Energien zum Einsatz kommen“, kommentiert Baumann die Verordnung.

Baumann: „Umweltministerium ist vor der Mineralölindustrie eingeknickt“

„Während die Bundesregierung Elektromobilität und Wasserstoffantriebe mit Milliardenbeträgen unterstützt, schlägt das Umweltministerium allen Ernstes vor, deren dauerhafte ordnungspolitische Förderung hierzulande abzuwürgen“, so Baumann weiter. Die vorgesehene Anrechnung im Ausland stattfindender Emissionsminderungen bezeichnet Baumann als „Luftbuchung, um die deutsche Klimabilanz zu schönen."

Das Umweltministerium sei vor der Mineralölindustrie eingeknickt und sorge mit der neuen Verordnung dafür, dass das 2030-Klimaziel der Bundesregierung im Verkehr unmöglich zu erreichen ist. Er fordert, dass die Emissionseinsparungen bei der Erdölförderung zusätzlich zur THG-Quote zu erfüllen sein müssen. „Eine ambitionierte Klimapolitik würde beide Punkte angehen: die Treibhausgasminderung bei der Antriebsenergie und bei der Erdölförderung“, so VDB-Geschäftsführer Baumann.

© IWR, 2017

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