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Thyssengas plant 800 Kilometer langes Wasserstoff-Startnetz in Deutschland

© Thyssengas, Schaper© Thyssengas, SchaperDortmund – Die Politik ist in der aktuellen Phase noch damit beschäftigt, Ersatz für russisches Pipelinegas aus anderen Quellen zu organisieren. Die Wirtschaft treibt derweil schon auf Eigeninitiative den Einsatz von Wasserstoff als Alternative zum Erdgas voran.

Der Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas betreibt derzeit ein 4.400 Kilometer langes Fernleitungsnetz, über das überwiegend noch Erdgas transportiert wird. Doch das soll sich schon bald ändern. In Zukunft werden diese Leitungen nach und nach auf Wasserstoff und andere grüne Gase umgestellt.

Thyssengas plant 800 Kilometer langes Wasserstoff-Startnetz
Mit dem Aufbau eines „Thyssengas-H2-Startnetzes“ auf der Grundlage des bisherigen Erdgasnetzes will Thyssengas den eigenen Anspruch unterstreichen, Wegbereiter und Gestalter der Energiewende zu sein.

„Bislang haben wir keinen gesetzlichen Auftrag für den Aufbau eines Wasserstoff-Netzes, obwohl Nachfrage und Potenzial gegeben sind. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ohne unsere Initiative ein schneller Wasserstoff-Hochlauf nicht gelingen wird“, erläutert Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thyssengas GmbH.
Den Aufbau eines H2-Netzes auf Basis bestehender Erdgasleitungen sieht er als notwendigen Hebel und wichtiges Signal an Produzenten, Importeure und Verbraucher im Thyssengas-Netzgebiet.

„Alle Marktteilnehmer brauchen Planbarkeit, ab wann ein leistungsfähiges Wasserstoffnetz zur Verfügung steht, um ihre jeweiligen Bedarfe befriedigen zu können. Dafür setzen wir nun für unser Netz den Startschuss“, so Gößmann weiter.

Wasserstoff-Versorgung spätestens ab 2030
Grundlage für die Wasserstoff-Netzplanung von Thyssengas sind rund 45 Absichtserklärungen (MoUs), die Thyssengas im Rahmen einer Marktabfrage des FNB Gas e.V., ein Zusammenschluss der überregionalen Gastransportunternehmen, mit potenziellen Wasserstofferzeugern und -abnehmern geschlossen hat.

Über die 800 identifizierten Leitungskilometer sollen diese künftigen Kunden ab spätestens 2030 zuverlässig mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich um Leitungen, die in der Mehrzahl sukzessive für den Wasserstoff-Transport umgewidmet oder in Teilen neu gebaut werden sollen. Bis 2045 ist vorgesehen, dass dann immer mehr Leitungskilometer hinzukommen und das Wasserstoff-Netz im Thyssengas-Netz parallel zum wachsenden Markt ausgebaut wird.

Damit sind die Thyssengas Leitungen auch wesentlicher Bestandteil des deutschlandweiten Wasserstoffnetzes für das Jahr 2032, das als Wasserstoffvariante im Rahmen des Zwischenstands zum Netzentwicklungsplan Gas 2022-2032 am 6. Juli 2022 von den Fernleitungsnetzbetreibern bereits veröffentlicht worden ist.

© IWR, 2022


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