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Ökostrom in Deutschland und Europa im ersten Quartal 2021 rückläufig

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaMünster - Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 in Deutschland und Europa im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Der Beitrag der konventionellen Stromerzeugung ist dagegen wieder gestiegen.

Im ersten Quartal 2021 ist die Ökostromerzeugung in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr (Q1 2020) um 24 Prozent zurückgegangen. Insbesondere die Stromerzeugung aus Windenergie fällt deutlich schwächer aus als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer ersten Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber (ÜNB) durch das IWR hervor (Datenstand: 01.04.2021).

Deutschland: Januar und Februar sorgen für Rückgang bei der Windenergie
Im ersten Quartal 2021 wurden in Deutschland rd. 54,1 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Ökostrom produziert und in die Netze eingespeist, das sind 24 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (Q1 2020: 71,4 Mrd. kWh). Der Rückgang entfällt größtenteils auf eine witterungsbedingt geringere Windstrom-Produktion, da die Monate Januar und Februar 2021 deutlich windschwächer ausgefallen sind als im windstarken Vorjahreszeitraum. Vor allem die Stromerzeugung von Windenergieanlagen an Land ist mit einem Minus von 35 Prozent auf 26,8 Mrd. kWh deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum (Q1 2020: 41,5 Mrd. kWh). Die Stromerzeugung aus Offshore-Windenergieanlagen geht mit 7,4 Mrd. kWh gegenüber dem Vorjahresquartal um 17 Prozent zurück (Q1 2020: 8,9 Mrd. kWh). In etwa auf Vorjahresniveau ist mit 6,7 Mrd. kWh die Solarstromproduktion (Q1 2020: 6,9 Mrd. kWh). Auch die Stromerzeugung aus Biomasse und Wasserkraft geht im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zurück.

Bei der konventionellen Stromerzeugung ist im ersten Quartal 2021 ein Anstieg um 21 Prozent auf 74,1 Mrd. kWh zu verzeichnen. Währens aus Kohle und Gas wurde mehr Strom produziert und eingespeist wurde, bleibt die Stromerzeugung aus Atomenergie im Vergleich zum Vorjahr konstant. Braunkohle-Strom klettert um rd. 35 Prozent auf 25,8 Mrd. kWh (Q1 2020: 19,2 Mrd. kWh), die Erzeugung und Einspeisung von Strom aus Steinkohle zieht um 24 Prozent auf 12 Mrd. kWh an (Q1 2020: 9,7 Mrd. kWh). Auf Strom aus Gaskraftwerken entfallen 17,4 Mrd. kWh, das ist gegenüber dem Vorjahresquartal ein Anstieg um 24 Prozent.

Europa: Weniger Windstrom - Solarstromerzeugung auf Vorjahresniveau
In den EU-Staaten fällt die Ökostromproduktion mit rd. rd. 240 Mrd. kWh im ersten Quartal 2021 um 13 Prozent auf niedriger aus als im Vorjahresquartal (Q1 2020: rd. 280 Mrd. kWh). Der Rückgang geht fast ausschließlich auf die Windenergienutzung zurück, die mit 121,9 Mrd. kWh rd. 16 Prozent geringer ist als im Vorjahrszeitraum (Q1 2020: 145,7 Mrd. kWh). Rückläufig ist auch die Geothermie mit 1,4 Mrd. kWh (Q1 2020: 1,5 Mrd. kWh). Die Einspeisung von Solarstrom legt dagegen um 6 Prozent auf 22,5 Mrd. kWh zu (Q1 2020: 21,2 Mrd. kWh), auch die Einspeisung von Strom aus Wasserkraft und Bioenergie steigt im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Im Unterschied zur rückläufigen Ökostrom-Produktion stagniert die konventionell erzeugte und in die Netze eingespeiste Strommenge mit rd. 448 Mrd. kWh auf dem Niveau des Vorjahres (Q1 2020: rd. 442 Mrd. kWh). Während die Stromerzeugung aus Kohle um insgesamt 14 Prozent auf 103,7 Mrd. kWh anzieht (Q1 2020: 90,7 Mrd. kWh) zeigt sich bei der Atomenergie ein Rückgang um 2 Prozent auf 195,4 Mrd. kWh (Q1 2020: 200,2 Mrd. kWh), die Erzeugung und Netzeinspeisung von Strom aus Gas bleibt mit 140,2 Mrd. kWh gleich.

Über die Daten der europäischen Netzbetreiber (ENTSO-E)
Die IWR-Auswertung basiert auf der Analyse aller von den nationalen Netzbetreibern zur Verfügung gestellten EU-Länderdaten. Für Deutschland liefern die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet TSO, 50 Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW Daten an den Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E). Die Übertragungsnetzbetreiber messen die Netto-Stromeinspeisung in ihren Stromnetzen. Strommengen, die nicht eingespeist werden und für den Betrieb von Kraftwerken benötigt (Eigenverbrauch) oder selbst genutzt (Eigennutzung) werden, sind in der vorliegenden Statistik nicht abgebildet.

Die Daten zur Brutto-Stromerzeugung in der endgültigen Jahresabrechnung und den amtlichen Statistiken in Deutschland (z.B. BMWi) oder in Europa (Eurostat) können daher von den hier vorliegenden zeitnahen Messungen und Hochrechnungen abweichen.


© IWR, 2021


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