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Dong Energy fixiert Kohleausstieg

Fredericia, Dänemark – Der im RENIXX World Aktienindex gelistete dänische Energieversorger Dong Energy gilt bereits jetzt als führend beim Bau und Betrieb von Offshore-Windparks. Noch spielen bei den Dänen auch fossile Energieträger eine nicht unerhebliche Rolle. Doch das wird sich ändern.

Noch kümmert sich das Unternehmen mit seinen 6.500 Mitarbeitern neben der Offshore-Windenergie auch um thermische Kraftwerke und um das Geschäft mit Öl und Gas. Bei der Vorlage der Finanzzahlen für 2016 nennt Dong Energy aber einen konkreten Termin für den Ausstieg aus der Kohle. Auch der Ausstieg aus dem Öl- und Gas-Geschäft ist beschlossene Sache.

Offshore-Windgeschäft sorgt für starkes Ebitda

Dong Energy hat im Jahr 2016 das Ergebnis von Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf 19,1 Mrd. Dänische Kronen (DKK; entspricht etwa 2,6 Mrd. Euro) mehr als verdoppelt (2015: 8,7 Mrd. DKK). Als Gründe nennt Dong Energy höhere Aktivitäten beim Bau und dem Verkauf von Offshore-Windparks. Nimmt man auch den Öl- und Gas-Bereich des Unternehmens mit hinzu, erreicht das Ebitda einen Wert von 25,6 Mrd. DKK, was knapp über der im Dezember 2016 angehobenen Guidance von 20 bis 23 Mrd. DKK liegt. Unter dem Strich erzielte Dong Energy 2016 einen Periodengewinn für die fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von 12,2 Mrd. DKK (2015 0,97 Mrd. DKK). CEO Henrik Poulsen sprach von "höchst zufriedenstellenden" Ergebnissen und nannte zudem einen konkreten Termin für den Kohleausstieg.

Kohlefreier Energieversorger bis 2023

Bis 2023 will sich Dong Energy laut CEO Poulsen komplett aus der Strom und Wärmeerzeugung durch Kohle zurückziehen. Zudem geht Dong Energy davon aus, bis Ende 2017 auch das Öl- und Gasgeschäft abzustoßen. Die Dänen, die im Juni 2016 an die Börse gegangen und seit Juli im RENIXX World vertreten sind, setzen ihre „grüne Transformation“ damit fort. Im Rahmen des Kohleausstiegs sollen auch thermische Kraftwerke mit Biomasse befeuert werden.

EBITDA und Investitionen sollen 2017 weiter steigen

Für 2017 peilt Dong Energy ein Ebitda in Höhe von 15 bis 17 Mrd. DKK an, dies bedeutet einen weitereren Anstieg im Vergleich zu den Zahlen für das fortgeführte Geschäft für 2016 in Höhe von 4 bis 18 Prozent. Die Investitionen in 2017 sollen zwischen 18 und 20 Mrd. DKK betragen. Darin spiegele sich das hohe Level der Investitionen im Bereich der Offshore-Windenergie wider, so Dong Energy.

Die Aktie des Unternehmens aus Fredericia im östlichen Bereich von Jütland legt im Handel am Donnerstag nach der Vorlage der Zahlen bislang um 0,6 Prozent auf 35,35 Euro zu (Stand 10:33 Uhr, Börse Stuttgart). Seit dem Börsengang vor gut einem halben Jahr bewegt sich das Papier zwischen 30 und 38 Euro seitwärts.

© IWR, 2017

02.02.2017