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Biogasmärkte: Weltec in Südkorea und Envitec in Dänemark

Vechta/Lohne – Nicht erst seit dem Kurswechsel in der deutschen Bioenergie-Politik und der Ausbaudeckelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 sind die deutschen Unternehmen auf Exportmärkte angewiesen. Nun berichten zwei niedersächsische Biogasanlagen-Hersteller über Erfolge in Südkorea bzw. in Dänemark.

Weltec Biopower aus Vechta hat mit den Bauarbeiten einer Biogasanlage in Südkorea begonnen. Envitec Biogas aus Lohne sorgt für eine Biogas-Aufbereitungsanlage im jütländischen Hammel in Dänemark.

Weltec: 450-Kilowatt-BHKW nördlich von Seoul

Im Oktober 2015 haben in Südkorea die Bauarbeiten für eine Biogasanlage aus dem Hause Weltec Biopower begonnen. Der Anlagenstandort liegt rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Seoul in der Provinz Gyeonggi-do. Im Frühsommer 2016 wird die 450-Kilowatt-Anlage in Betrieb gehen. Die Republik verfügt über keine nennenswerten fossilen Ressourcen verfügt und settz daher auf erneuerbare Energien. Der Investor und Betreiber der neuen Biogasanlage, ein Produzent von Transformatoren, wurde auf Weltec aufmerksam, weil der deutsche Anlagenhersteller bereits 2012 eine Biogasanlage im Süden des Landes gebaut hat. „Besonders das nachhaltige Entsorgungskonzept für die Abfälle und die effiziente Verarbeitung der Inputstoffe zu nährstoffreichen Dünger waren ausschlaggebend“, erläutert Harro Brons, der Projektverantwortliche bei Weltec Biopower.

Ab dem Frühsommer 2016 wird der Betreiber den knapp 4.000 Kubikmeter Edelstahl-Fermenter täglich mit 100 Tonnen organischer Reststoffe, 70 Prozent davon sind Schweinegülle, beschicken. Durch den Vergärungsprozess entsteht daraus Biogas und hochwertiger Dünger. Dieser wird in den zwei 5.590 Kubikmeter fassenden Gärrestlagern aus Edelstahl bis zur Ausbringung gelagert. Mit dem entstehenden Biogas wird ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 450 Kilowatt (kW) betrieben. Der Strom wird direkt in das Stromnetz eingespeist. Die Wärme wird für die Beheizung der Betriebsgebäude und der eigenen Prozesse verwendet.

Envitec: Biogas-Einspeisung für den größten Landbesitzer Dänemarks

Mit dem Baustart einer 524 Normkubikmeter starken -Gasaufbereitungsanlage im jütländischen Hammel in Dänemark setzt Envitec Biogas sein Auslandswachstum fort. Kunde ist der mit 10.000 Hektar größte Landbesitzer des Königreichs, der Landwirtschaftsbetrieb Wefri A/S. „Die Zusammenarbeit mit einem solch renommierten Land- und Forstwirtschaftsbetrieb ist für uns natürlich ein wichtiger Türöffner für den Zukunftsmarkt Dänemark“, sagt Olaf von Lehmden Vorstandsvorsitzender der Envitec Biogas AG.

Die Anlage, die bereits ab Sommer 2016 in das vor Ort vorhandene Gasnetz der HMN Naturgas einspeisen soll, wird künftig mit Grassilage, Zuckerrüben, Stroh, Hähnchenmist und Glyzerin betrieben.

© IWR, 2015

07.12.2015